Kein Krieg ist gerechtfertigt

Das ist meine Haltung in meinem Leben, das vierzig Jahre im Kalten Krieg gelebt hat.

Dementsprechend war es mein Anliegen ein Bild ohne Gewalt zu schaffen. Es ist ein weibliches Bild, das aus der weiblichen Natur-Spiritualität abgeleitet wird.

Die Gründe, die zur Gewaltrechtfertigung führen, illustriere ich auch unter dem Thema „Geist des Todes zeugt und tötet“.

Zusätzlich ist es mein Anliegen, Wege und Möglichkeiten zur Überwindung der spaltenden Angst zu zeigen.

Angst macht uns unselbständig. Wir sind von Meinungen abhängig. Besonders wird dies klar, wenn es zu Stellungnahmen über  Gut und Böse in kollektiven Handlungen geht.

Eugen Drewermann sagt es auch für mich über den Krieg:“Wir müssen die Angst des Anderen verstehen, die wir ihm machen, weil wir vorgeblich oder wirklich Angst vor ihm haben. Dieser Teufelskreis muss einmal gebrochen werden.

Dann ist jeder Krieg ein Verbrechen, er hat überhaupt keine moralische Rechtfertigung. Das Töten von Menschen ist nicht das Retten von Menschen.

 Wir müssen den Kernpunkt, die Angst, die der Staat selber organisiert, instrumentalisiert und für Machtzwecke ausbeutet, widerlegen, indem wir als Christen sagen: »Wir glauben das alles nicht mehr. «Man kann nur mit Vertrauen, mit innerer Stärke den Krieg überwinden.“

„Frieden kommt nicht aus der Politik der Stärke, sondern ganz im Gegenteil.“*

Ich hoffe auf eine pazifistische Friedensbewegung, die endlich die Angst bricht und Versöhnung zum Ziel hat.

Es ist eine Versöhnung ohne Machtanspruch. Das Gegenüber in seinem einzigartigen Lebensraum, mit seinen Grenzen wird gesehen-erkannt und als gleich empfunden.

Vor dieser Aufgabe stehen wir nicht nur im jetzigen Bruderkampf Mensch gegen Mensch, sondern auch in der Begegnung Mensch Natur-Gaia.

Versöhnung wäre der erste Schritt zum Frieden, denn Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg.

*Stefan Seidel mit Eugen Drewermann im Interview in DER SONNTAG, 13.3.2022, heruntergeladen am 27.3.22

 


CORONA-TAGEBUCH 2020