SOZIALE KUNST ALS DIREKTE KOMMUNIKATION- ATELIERASSISTENZ

Das RambaZamba Theater ist ein privates inklusives Theater mit fester Spielstätte in der Kulturbrauerei im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg. Es wurde 1990 gegründet und zählt 29 Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung zu seinem festen Ensemble.

Mit der Spielzeit 2017/18 hat Gisela Höhne die Gesamtleitung des Theaters an ihren Sohn Jacob Höhne übergeben, der seit Anfang 2017 bereits als Künstlerischer Leiter tätig war und mehrere Produktionen inszeniert hat.

Meine Atelier-Assistenz bezog sich auf die Jahre 2011 bis 2016 mit Kay Langstengel, Leiter der Gruppe im Haus in Weissensee.

Zu folgenden Stücken wurde bildkünstlerisch gearbeitet und Ausstellungen zu den Premieren im Haupthaus.

2012, „Mit 200 Sachen ins Meer“, Buch, Regie Kay Langstengel;

2013, „Nur ein Wimpernschlag“, Buch, Regie, Musik Kay Langstengel, Enya Hutter;

2014, „Cabaret de Paris“, Buch, Regie, Musik Kay Langstengel, Enya Hutter,

2015, „Die Elenden“, Buch und Regie Kay Langstengel, Enya Hutter.

Darüber hinaus fanden zusätzlich thematische Ausstellungen mit Künstlern und Schauspielern der Gruppe G. Höhne in der Kulturbrauerei statt.

Meine letzte Ausstellung kuratierte ich für die Gruppe K. Langstengel im Humanistischen Verband Berlin, 2016/2017 

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Text Monika Maria Nowak. Atellierassistenz, Kurator Ausstellung des Theaters RambaZamba im Humanistischen Verband, Berlin, 2016/2017

Ein Spruch von Dorothee Blum,

„IST DAS EINE GEILE FARBE“.

Das sagt jeder beim Malen gern, selbstvergessen und hingebungsvoll zu dem, was gerade vor ihm/ihr auf der Malfläche erscheint.

Dem wundervollen Geschehen auf der Fläche, dem Zauber der Gestaltung entziehen sich keine malenden Schauspieler*innen von RambaZamba.

Sie erleben Freude beim Schaffen.

Die Schauspieler*innen entschieden sich zwischen den Proben für drei Stunden zu mir ins Atelier (hier VIA Werkstätten Weissensee) zu kommen. Es war immer eine spontane Entscheidung, auch wenn mehrere Male hintereinander am Bild gearbeitet wurde. Es war kein Problem ohne Zögern sich auf die Arbeit einzulassen und mit dem Malen zu beginnen.

Ich bewundere die ständige Freude am Gestalten, die Multibegabungen vieler Schauspieler*innen. Zum eigentlichen Beruf der Schauspielkunst kam die Bildende Kunst hinzu. Grenzen, die das Wechseln von einem Kunstbereich zum anderen zu verhindern, scheinen nicht vorhanden zu sein.

Es gibt nur ein Ja zur Arbeit. Die Schauspieler*innen erfüllen ein enormes Arbeitsprogramm am Tag: Eigene Kreativarbeit im Atelier, Einzel- und Gruppenarbeit in den Proben und auf der Bühne.

Im Humanistischen Verband auszustellen, ist eine gute Möglichkeit einen kleinen Querschnitt der bildkünstlerischen Arbeiten der Schauspieler*innen unter meiner künstlerischen Leitung zu zeigen.

Die Auswahl der Kunstwerke fiel mir schwer.

Einem großen Fundus wunderbarer Kunstwerke stehen technisch-räumliche Einschränkungen gegenüber. Ich versuchte in den zwei Häusern des Humanistischen Verbandes einen Kompromiss zu finden.

Noch einige Anmerkungen zu unserer Arbeitsweise im Atelier.

Wir arbeiteten im Atelier selbständig, parallel zu den Inszenierungen.

Anfangs kannten wir nur das Thema des Stücks. Mehr zu wissen war für unsere Arbeit nicht notwendig. Den Zugang zu den Themen bekamen die Künstler*innen über ihre eigenen Erfahrungen und über die Rolle im Stück.

Während des Schaffens vermittelte ich handwerkliche und gestalterische Fähigkeiten. Mir war es wichtig, dass sich die Künstler*innen den Umgang mit Farbe, Pinsel, Stifte, Papiere und Formatgrößen bewusst machten.

Die Künstler arbeiteten in einem individuellen und spontanen Gestaltungsprozess.

Von der Spontaneität zeugen auch die frei und schief geschnittenen Malgründe. Die Arbeitsflächen aus Pappe wurden schnell zum neuen Malgrund. Und es entstanden Kunstwerke aus der Montage beider Flächen zu einem neuen Bild.

Es gab Atelierhelfer, die die Künstler*innen begleiteten indem sie die nicht zu bewältigenden Handgriffe übernahmen.

Manchmal waren die Helfer selber Künstler*innen, die selbst malten oder Musik machten und die Zusammenarbeit mit ihnen bleibt als Zeit der übersprudelnden Kreativität.

Monika Maria Nowak